Betreuungsweisungen

Die Jugendarbeit im JHW bietet bereits seit vielen Jahren Betreuungsweisungen nach §10 JGG an.

Eine Betreuungsweisung können alle jungen Menschen zwischen 14 und 21 Jahren im Rahmen eines Gerichtverfahrens auferlegt bekommen. Die zuständigen Sozialarbeiter_innen begleiten im Sinne des Erziehungsgedanken des Jugendgerichtsgesetzes den jungen Menschen 6-12 Monate lang in einer wöchentlichen, sozialpädagogischen Einzelfallarbeit. Bei Bedarf können auch Familiengespräche, oder Gespräche mit anderen wichtigen Bezugspersonen stattfinden.

Darüber hinaus können alle Teilnehmer_innen freiwillig an allen offenen Angeboten, die in der Jugendarbeit im JHW stattfinden, teilnehmen.

Ziele der Betreuungsweisung sind:

  • Reflektion der begangenen Straftat
  • Begleitung des jungen Menschen
  • Erarbeitung gemeinsamer Ziele für die Betreuungszeit
  • Entwicklung einer deliktfreien Zukunftsperspektive und Abbau damit verbundener Hürden

Die Betreuungsweisung ist keine freiwillige Maßnahme. Die Erfüllung wird durch die zuständigen Richter_innen überprüft. Der Zugang ist nur über eine richterliche Anordnung möglich.

Aus unserer langjährigen Erfahrung wissen wir, dass die Betreuungsweisung mehr als eine richterliche Weisung sein kann. Die Betreuungsweisung ist durch ihre Langfristigkeit und Regelmäßigkeit ein Angebot, in dem nach und nach eine vertrauensvolle Beziehung mit den jungen Menschen aufgebaut werden kann. Straftaten werden nicht losgelöst von der eigenen Lebenssituation und Lebensgeschichte begangen, sondern sind immer in den eigenen Kontext eingebettet und sind nicht selten Ausdruck von Problemlagen oder Schwierigkeiten, mit denen die jungen Menschen konfrontiert sind.

Es ist eine grundlegende Entwicklungsaufgabe von jungen Menschen ihren eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden. So ist es uns ein sehr wichtiges Anliegen die jungen Menschen dabei zu unterstützen, ihren eigenen Lebensweg zu finden und gemeinsam an einer realistischen Zukunftsperspektive zu arbeiten. Hierzu gehört ebenso die Erarbeitung einer materiellen Absicherung, wie auch die Reflektion der eigenen Biografie, der eigenen Wünsche und die Erarbeitung von Handlungsalternativen.

Wir wissen um die verschiedenen Lebenslagen, in denen sich die jungen Menschen befinden, und versuchen diese stets bei der Terminabsprache zu berücksichtigen.