Erfahrungsräume digital

Kinder und Jugendliche definieren ihre Lebenswelten nicht in Off- und Online. Sie bewegen sich in einer für sie natürlichen Selbstverständlichkeit in den digitalen Räumen ihrer Zeit und wechseln von angesagten Apps zu Spielen, Fotos und Videos in der Ausgestaltung und Organisation ihres Lebensalltags. Die Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben findet an vielen Orten gleichzeitig statt – im Netz sowie überall. Während die (Jugend-)Sozialarbeit sie dabei im Leben außerhalb digitaler Welten kompetent unterstützt, mangelt es bislang der Pädagogik an Zugängen für das virtuelle Leben der Kinder und Jugendlichen. Die Pädagogik hinkt dem Lauf der digitalen Welten hinterher. Das Projekt Erfahrungsräume digital setzt sich insbesondere zum Ziel, pädagogische Fachkräfte aus den unterschiedlichen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit in die digitale Lebenswelt ihrer Klient*innen einzuführen und einen praktisch orientierten Transfer in ihre Arbeit zu ermöglichen.


Faszination Medien verstehen und Herausforderungen  erkennen – Pädagogisches Arbeiten mit Medien praktisch umsetzen


Das Projekt Erfahrungsräume digital wird vom Europäischen Sozialfonds in Baden-Württemberg gefördert. Alle Fortbildungen sind für die Teilnehmer*innen kostenlos. Termine und Anmeldungen zu unseren Fortbildungen finden Sie stets aktuelle auf dieser Seite. Folgende zweitägige Fortbildungen bieten wir im Rahmen unseres Projektes Erfahrungsräume digital an: 

FRÜHKINDLICHE MEDIENBILDUNG

Kleinkinder und Medien – ein Thema, das sich im gesellschaftlichen Kontext wie Katz und Maus gegenüber zu stehen scheint und folglich ein pädagogisches Reizthema darstellt. Nach wie vor wird die medienfreie Kindheit als Ideal beschworen und die Natur als Sehnsuchtsort deklariert. Die Lebensrealität konterkariert das Ideal jedoch: Vom ersten Lebenstag an sind Kleinkinder von Medien umgeben und stoßen daher zwangsläufig auf sie, sei es durch das familiäre Umfeld oder durch das Entdecken der speziell für sie geschaffenen Medienangebote. Gerade in den Zeiten der Pandemie werden Medien vermehrt als dankbare Beschäftigungsalternativen für die Kinder herangezogen. Ziel der Fortbildung ist es, grundlegende Kenntnisse zur Bedeutung von Medien in der kindlichen Lebenswelt zu vermitteln. Darauf aufbauend erwerben die Teilnehmer*innen theoretische und praktische Kompetenzen zum Einsatz von Medien und zur Integration medienpädagogischer Konzepte in ihrer Einrichtung. Den pädagogischen Fachkräften soll es ermöglicht werden, im Gespräch mit Eltern eine Haltung zum Medienkonsum von Kindern zu erlangen und diese in Medienerziehungsfragen unterstützen zu können.

MEIN SMARTPHONE UND ICH - SOZIALE MEDIEN UND APPS

In diesem Workshop beschäftigen sich die Teilnehmer*innen ausgiebig mit den aktuell angesagten Apps und Sozialen Netzwerken. Wo bewegen sich Kinder und Jugendliche und was begegnet ihnen in ihrer digitalen Freizeit? Es werden Chancen und Möglichkeiten neuer Medien sowie auch die Risiken und Mechanismen, welchen die Klient*innen ausgesetzt sind, betrachtet. Die Teilnehmer*innen setzten sich dabei unter anderem mit Diskriminerung im Netz (Sexismus, Rassismus, …), Cybermobbing, Fake News, Datenschutz, exzessive Mediennutzung und Sucht auseinander. Gemeinsam werden erfolgreiche Handhabungen und Methoden besprochen und in einem Best-Practice-Katalog gesammelt. Die langjährigen Erfahrungen des Jugendhilfswerk Freiburg in den Arbeitsfeldern der Erziehungsberatung und Hilfen zur Erziehung fließen in allen Bereichen der Fortbildung mit ein und nehmen dabei auch den Einbezug der Eltern in den Blick. Im praktischen Abschnitt geht die Fortbildung den Fragen nach, wo und wie das Klientel erreicht werden kann und wie die Teilnehmer*innen angemessen die Expertise von Kindern und Jugendlichen mit in ihre digitalen Angebote einbeziehen können. In angeleiteten Beispielen für die Arbeit werden von den Teilnehmer*innen Beiträge, Videos und Fotos für die gängigen Plattformen wie Instagram oder TikTok erstellt.

GAME ON - DIGITALE SPIELEWELTEN ERLEBEN

Von aktuellen Spieleklassikern bis hin zu den neuesten Spielmöglichkeiten wie Virtual Reality werden die Teilnehmer*innen in dieser Fortbildung in die Welt der digitalen Spiele eintauchen. Die gemeinsamen Spielerfahrungen werden reflektiert und bestehende Bedenken der Teilnehmenden thematisiert. Videospiele schaffen Chancen und Herausforderungen für die Entwicklung junger Menschen, mit denen sich die Fortbildung beschäftigten wird. Dabei setzen sich die Teilnehmer*innen mit einer kritischen Betrachtung aktueller Geschäftsmodelle in Spielen, der expliziten Gewaltdarstellung und Altersfreigabe sowie der oft vorherrschenden stereotypischen Geschlechterdarstellung auseinander. Fragen zu den Suchtfaktoren von digitalen Spielen und ein möglicher Umgang in den Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit stehen zudem in Zentrum der Fortbildung. Die Mitarbeiter*innen der Jugendarbeit im JHW lassen ihre langjährigen Erfahrungen im Rahmen der Erziehungsberatungsstelle und Hilfen zur Erziehung mit in die Fortbildung einfließen und zeigen Wege auf, wie auch die Eltern miteinbezogen werden. Außerdem werden praktische Methoden und Ideen, wie pädagogische Inhalte mit Hilfe von digitalen Spielen für die Zielgruppe attraktiv aufbereitet werden kann, vermittelt. Die Teilnehmer*innen erstellen kleinere Medienprojekte wie beispielsweise Let’s plays, die später in die eigene Arbeit transferiert werden können.

 

Anmeldung zu einer Fortbildung

Aktuelle gibt es noch keine Termine für die Fortbildungen 2021 / 2022. Sollten Sie Interesse haben, können Sie sich jetzt hier eintragen und wir melden uns bei Ihnen, sobald die nächsten Termine feststehen.